Unser Herz - Taktgeber des Lebens

Das Herz ist der wichtigste Muskel unseres Körpers. Mit rund 70 Schlägen pro Minute versorgt es unsere Organe und Gefäße rund um die Uhr mit Blut, wichtigen Nährstoffen und lebensnotwendigem Sauerstoff. Es fungiert demnach als zentrale Pumpe, die den Blutkreislauf dauerhaft antreibt. Da unser Herz nie pausiert, vollführt es im Laufe unseres Lebens eine enorme Leistung. Umso verheerender ist es für den menschlichen Körper, wenn das Herz krank wird und an Leistungsfähigkeit verliert.

  • Fakten zum Herz

    Mit einem Gewicht von ungefähr 300 Gramm und der Größe einer Faust pumpt das Herz pro Schlag ungefähr 70 bis 80 Milliliter Blut in die Gefäße. Dabei schlägt das Herz einer Frau durchschnittlich schneller als das des Mannes. Der Herzschlag selbst entsteht durch elektrische Impulse, die das Herz selbst erzeugt. Unser Taktgeber erzeugt täglich so viel Energie, um einen LKW 32 Kilometer weit fahren zu lassen. Genauer betrachtet besteht das lebenswichtige Organ aus zwei im gleichen Takt schlagenden Pumpen, die durch die Herzscheidewand voneinander getrennt sind. Die rechte Pumpe versorgt den Lungenkreislauf. Die linke Pumpe transportiert über die Hauptschlagader (Aorta) Blut in den Körperkreislauf. Innerhalb von Sekundenbruchteilen kann das Herz seine Leistung  um ein Vielfaches steigern: Statt der üblichen fünf bis sechs Liter pro Minute kann es bei starker Anstrengung bis zu 20 Liter Blut durch die Adern jagen.

  • Gefahren fürs Herz

    So zuverlässig das Herz auch arbeitet, kann es jedoch aus mehreren Gründen Schaden nehmen. Einer der größten Risikofaktoren ist Bluthochdruck, denn hier muss das Herz gegen einen großen Widerstand in den Adern pumpen. Die Folge: Der Herzmuskel verdickt sich und verliert mit der Zeit an Elastizität. Auch erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht, Diabetes mellitus und Rauchen erhöhen das Risiko für eine Erkrankung des Herzens. Viele Risikofaktoren lassen sich durch gesundheitsbewusstes Verhalten im Alltag eliminieren. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischen Fetten kann der erste Schritt sein. Wer sich regelmäßig bewegt, verbessert seine  Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte sowie die Durchblutung des Herzmuskels. Das Verzichten auf die tägliche Zigarette mindert das Herzinfarkt-Risiko. Gute Blutzucker- und Cholesterinwerte sind ebenfalls wichtig in puncto Herzgesundheit.

  • Herzerkrankungen

    Wesentliche Gründe für Herzerkrankungen sind eine Verengung der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen und eine Herzmuskelschwäche.

    Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland – bei beiden Geschlechtern. Im Jahr 2017 waren 37 Prozent aller Todesfälle auf eine Herzerkrankung zurückzuführen. Etwa alle fünf Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland durch plötzlichen Herztod. In den meisten Fällen wird der Herz-Kreislauf-Stillstand durch eine sehr schnelle Herzrhythmusstörung, zum Beispiel Kammerflimmern, hervorgerufen. Frauen, die einen Herzinfarkt bekommen, sterben eher daran als Männer. Ein möglicher Grund: Die für einen Herzinfarkt typischen Symptome (z.B. starke Schmerzen in der Brust) fehlen bei Frauen häufig. Bei ihnen treten oftmals eher unspezifische Symptome wie Schlafstörungen, Übelkeit und Nervosität auf. Unter Umständen wird der Infarkt daher erst spät entdeckt und behandelt. Je später die Behandlung, desto höher ist auch das Risiko, an einem Herzinfarkt zu versterben.
     

    Koronare Herzkrankheit

    Unter einer koronaren Herzkrankheit versteht man verengte Herzkranzgefäße. Dies ist ein sehr gefährlicher Zustand, denn dadurch erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein Herzinfarkt entsteht durch den kompletten Verschluss eines der Herzkranzgefäße (Koronarien). Durch den Verschluss wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und ein Teil des Herzmuskelgewebes kann absterben. Typische Anzeichen eines Herzinfarkts: Schmerzen im Bereich des Brustbeines und der linken Brustseite, die länger als fünf Minuten anhalten. Doch nicht jeder Infarkt verläuft gleich. Die Schmerzen können auch in anderen Teilen des Brustkorbs auftreten und beispielsweise bis in den Hals oder den Rücken ausstrahlen.
     

    Herzschwäche

    Leidet eine Person an Herzschwäche, kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen. Hierbei gilt es zu unterscheiden zwischen chronischer Herzinsuffizienz, die sich über Monate und Jahre entwickelt, und einer akuten Herzinsuffizienz, die sofort behandelt werden muss.
     

    Herzrhythmusstörungen

    Bei Herzrhythmusstörungen weist der Herzschlag Unregelmäßigkeiten auf. Hierbei gibt es zwei Varianten: Entweder das Herz schlägt zu langsam oder der Betroffene leidet unter einer zu schnellen Schlagfolge. Schnelle Herzrhythmusstörungen können im Vorhof oder der Herzkammer auftreten, sind besonders gefährlich und müssen schnell behandelt werden.

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