Gleitzone, Minijob & Krankenversicherungsfreiheit

Gleitzone

Arbeitnehmer sind in der sogenannten Gleitzone beschäftigt, wenn das monatliche Arbeitsentgelt zwischen 450 Euro und 850 Euro liegt. Während geringfügige Beschäftigungen mit einem Arbeitsentgelt bis zu 450 Euro im Monat versicherungsfrei bleiben, sind Beschäftigungen mit einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone versicherungspflichtig.

Bei mehreren Beschäftigungen ist das insgesamt aus allen Beschäftigungen erzielte Arbeitsentgelt maßgebend.


Beispiel

Ein Arbeitnehmer übt nebeneinander drei Beschäftigungen mit einem Arbeitsentgelt von jeweils 200 Euro monatlich aus. Eine Hauptbeschäftigung besteht nicht. Das monatliche Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers beläuft sich auf insgesamt 600 Euro und übersteigt somit die 450 Euro-Grenze. Die Minijob-Regelungen finden keine Anwendung, es handelt sich vielmehr um ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone.

Der Arbeitnehmer hat bei Beschäftigungen in der Gleitzone nur einen reduzierten Sozialversicherungsbeitrag zu zahlen. Dieser beträgt bei 450,01 Euro ca. 15% des Arbeitsentgelts und steigt auf den vollen Arbeitnehmerbeitrag von ca. 20% bei 850 Euro Arbeitsentgelt an. Der Arbeitgeber hat dagegen stets den vollen Beitragsanteil zu tragen. Die Beitragsanteile des Arbeitnehmers und Arbeitgebers können mit Hilfe unseres Gleitzonenrechners berechnet werden.

Die Regelung zur Gleitzone gilt jedoch nicht für Auszubildende, für Teilnehmer am freiwilligen sozialen oder freiwilligen ökologischen Jahr sowie für Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst.

Beschäftigungsverhältnisse mit einem Arbeitsentgelt in der Gleitzone begründen in der Regel Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Daher ist nicht die Minijob-Zentrale, sondern die jeweilige Krankenkasse des Arbeitnehmers als Einzugsstelle für die Meldungen zur Sozialversicherung und den Einzug der Sozialversicherungsbeiträge zuständig.

Minijob

Beschäftigungsverhältnisse mit einem monatlichen Gehalt von bis zu 450 Euro sind sozialversicherungsfrei (Ausnahme: Berufsausbildung). Lediglich der Arbeitgeber zahlt hier pauschale Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge (13 bzw. 15%) – allerdings ohne, dass hieraus Leistungsansprüche entstehen.

Minijobs unterliegen der grundsätzlichen Rentenversicherungspflicht, wobei der Arbeitgeber aber selbst einen Anteil von 15% trägt. Die restlichen 3,7% werden vom Arbeitnehmer getragen. Bei der Prüfung, ob ein Minijob sozialversicherungsfrei ist, werden mehrere ausgeübte Minijobs zusammengerechnet. Es besteht die Möglichkeit einer Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.

Sozialversicherungsfrei sind Beschäftigungsverhältnisse, die im Voraus auf maximal 3 Monate begrenzt sind. Auch hier werden mehrere im Jahr ausgeübte Beschäftigungen zusammengerechnet.

Krankenversicherungsfreiheit

Es besteht keine Krankenversicherungspflicht

  • wenn Sie als Arbeitnehmer im Jahr über 59.400 Euro verdienen
  • wenn diese Grenze bereits im letzten Kalenderjahr überschritten wurde
     

Erfüllen Sie diese Kriterien, können Sie sich als freiwilliges Mitglied bei der Salus BKK versichern. Im Regelfall überweist auch hier Ihr Arbeitgeber die kompletten Beiträge an die Salus BKK. In Ausnahmen kann es aber sein, dass der Arbeitgeber Ihnen den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung auszahlt. Dann müssen Sie diesen Beitrag selbst an die Salus BKK überweisen.

Wichtig: Nicht alle Gehaltsanteile sind für die Prüfung der sogenannten Versicherungspflichtgrenze relevant. Bei der Berechnung bleiben unregelmäßige Anteile außen vor, wie z. B.:

  • geleistete Überstundenauszahlungen
  • Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden
Ansprechpartner

Arbeitgeberservice

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