Ernährungstrends

Täglich werden wir mit neuen Ernährungsempfehlungen wie Low Carb, Glyx-Diät und Co. konfrontiert. Mal soll man nur Eiweiß essen, mal nur Kohlenhydrate und dann wieder alles, aber am besten getrennt voneinander? Das führt zu Verwirrung. Wir haben daher die aktuellen Ernährungstrends für Sie gesammelt und bewertet.

  • keyboard_arrow_right Vegane Ernährung

    Seit einigen Jahren erfährt die vegane Ernährungsweise immer mehr Beachtung. Sie schließt alle tierischen Produkte aus, also Fleisch, Wurst, Fisch, Milch und Milchprodukte, Eier sowie Honig. Grund für die vegane Ernährung ist meistens der Tierschutz.

    Wer sich vegan ernährt, sollte sich wirklich gut mit Ernährung auskennen und einige Dinge beachten. Durch die eingeschränkte Auswahl von Lebensmitteln wird der Bedarf einiger Nährstoffe nur bedingt oder gar nicht gedeckt. Dazu gehören essentielle Aminosäuren (also Bestandteile von Eiweißen), Vitamin B12, Vitamin D, Riboflavin, langkettige Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen).

    Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ist die vegane Ernährung für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche nicht empfohlen. Wer sich langfristig vegan ernähren möchte, sollte ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen, da dieses Vitamin in pflanzlichen Lebensmitteln nicht vorkommt. Außerdem sollte auf die ausreichende Zufuhr der kritischen Nährstoffe geachtet werden. Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft kann Sie zu dieser Ernährungsform beraten und  der Arzt sollte die Versorgung mit kritischen Nährstoffen regelmäßig überprüfen.

  • keyboard_arrow_right Low Carb

    Low Carb (carb kommt von carbohydrate, also Kohlenhydrat) ist der Überbegriff für Diäten, bei denen Kohlenhydrate reduziert oder auch ganz verboten werden. Es wird darauf geachtet, Kohlenhydrate, wie sie z.B. in Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis vorkommen, zu reduzieren. Wird der Anteil der Kohlenhydrate in der Nahrung sehr stark reduziert, muss der Körper auf einen alternativen Stoffwechselweg umstellen, da das Gehirn eigentlich auf Glukose angewiesen ist. Wird diese nicht zugeführt, bildet der Körper aus Fetten die sogenannten Ketonkörper, die als Ersatz für Glukose dienen.

    Nachteile einer Low Carb Diät sind, dass es durch den niedrigen Verzehr von Ballaststoffen zu Verstopfung kommen kann. Außerdem kann es zu säuerlichem Atem kommen, da die Ketonkörper sauer riechen. Wenn auf Kosten von Kohlenhydraten viel Protein aufgenommen wird, werden häufig viel Fleisch und Milchprodukte verzehrt, die allerdings dann teilweise auch einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren enthalten. Sie sind damit auf andere Weise ungesund, da sie z.B. den Cholesterinspiegel erhöhen können.

  • keyboard_arrow_right Glyx-Diät

    Diese Diätform orientiert sich an dem sogenannten Glykämischen Index (GI, Glyx). Dieser beschreibt die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Je höher dieser Wert ist, desto mehr körpereigenes Hormon Insulin wird ausgeschüttet. Ist zu viel Insulin in der Blutbahn, verhindert es den Fettabbau. Deshalb werden bei dieser Diät nur Speisen mit einem niedrigen Glykämischen Index verzehrt.

    Die Blutzuckerwirksamkeit von Lebensmitteln wird allerdings nicht nur vom Glykämischen Index, sondern auch von anderen Faktoren, wie z.B. Wassergehalt des Lebensmittels, Zusammensetzung oder Fett- und Ballaststoffgehalt der Nahrung bestimmt. Die alleinige Betrachtung des GI ist deshalb zu einseitig und führt dazu, dass empfehlenswerte Lebensmittel wie Karotten und Kartoffeln aufgrund eines hohen GI abgelehnt werden.

  • keyboard_arrow_right Intervallfasten

    Ein relativ neuer Trend in der Ernährung ist das sogenannte Intervallfasten. Hier wird während bestimmter Zeiten auf das Essen verzichtet. Es gibt mehrere Formen. Bei der 16/8-Methode wird zum Beispiel 16 Stunden pro Tag gefastet und während der restlichen 8 Stunden kann man seine Mahlzeiten zu sich nehmen. Am einfachsten funktioniert die Fastenzeit zwischen Abendessen und Frühstück. Wer also um 16 Uhr sein Abendessen zu sich nimmt, kann um 8 Uhr morgens frühstücken.

    Bei der 5:2-Diät wird an zwei Tagen in der Woche gefastet und nur Brühe, Tee und Wasser zugeführt, an den anderen Tagen bleibt einem die Ernährung selbst überlassen.

    Um eine dauerhafte Gewichtsabnahme zu erreichen, sollte die Ernährung langfristig hin zu einer gesundheitsförderlichen Ernährung umgestellt werden. Dies passiert beim Intervallfasten nicht.

  • keyboard_arrow_right Mediterrane Ernährung / Kreta-Diät

    Die mediterrane Ernährungsweise ist, wie der Name schon sagt, inspiriert von der Küche der Mittelmeerländer. Unter Experten gilt sie als die beste Ernährungsart, da sie in dem Ruf steht, sich sehr positiv auf die Gesundheit auszuwirken. Die Kombination aus Nüssen, pflanzlichen Ölen, viel Gemüse und Obst sowie Fisch senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und soll sogar das Krebsrisiko reduzieren.

    Durch den Verzehr von pflanzlichen Ölen und Fisch nimmt man überwiegend langkettige Fettsäuren auf, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Das in Mengen ungesunde Salz kann durch das Würzen mit frischen Kräutern (Basilikum, Thymian, Petersilie, usw.) ersetzt werden. Rotes Fleisch und Wurstwaren sollten weniger gegessen werden, dafür können aber Geflügel und Fisch konsumiert werden.

    Die mediterrane Ernährung ist als langfristige Ernährungsform geeignet und hat nachgewiesene positive Effekte auf unsere Gesundheit. Als wirkliche Diät kann sie nicht bezeichnet werden, es sei denn, man achtet zusätzlich auf die Anzahl der Kalorien, die man zu sich nimmt.

  • keyboard_arrow_right Paleo-Diät

    Anhänger der Paleo-Diät wollen sich so ernähren, wie es die Menschen in der Steinzeit getan haben. Der Fokus liegt deshalb auf unverarbeiteten Produkten, wie Wildfleisch, Wildpflanzen und Nüssen. Gemieden werden Milch, Milchprodukte sowie Getreideprodukte wie z.B. Brot. Außerdem werden industriell verarbeitete Lebensmittel sowie Zucker und Alkohol nicht konsumiert.

    Da die Steinzeit einen Zeitraum von etwa zwei Millionen Jahren umfasst, gab es auch damals unterschiedliche Ernährungsformen. Es gibt deshalb nicht die eine Steinzeit-Ernährung.

    Bei der Paleo-Ernährung positiv zu bewerten ist der Verzicht auf industriell hergestellte Fertiggerichte sowie Zucker und Alkohol. Allerdings verstehen viele Anhänger die Paleo-Diät als fleischbasierte Kost und nehmen daher zu viel Fleisch zu sich, was einen hohen Verzehr gesättigter Fettsäuren mit sich bringt. Diese wirken sich wiederum negativ auf die Blutfettwerte aus. Achten sollte man auch darauf, dass kein Nährstoffmangel entsteht. Da man z.B. komplett auf Milchprodukte verzichtet, muss das wichtige Kalzium anders zugefügt werden, um Knochenerkrankungen wie Osteoporose vorzubeugen.

  • keyboard_arrow_right Clean-Eating

    Beim Clean-Eating wird komplett auf Fertigprodukte sowie Zusatzstoffe verzichtet. Man ist bemüht, natürliche Lebensmittel zu verzehren und damit automatisch auf eine gesunde Ernährungsweise zu achten. Ebenso gehört der Verzicht von Alkohol und Transfettsäuren sowie die Einschränkung gesättigter Fettsäuren zum Clean-Eating. Die Speisen werden überwiegend selbst und frisch zubereitet, dabei wird auf die Verwendung von regionalen, saisonalen und Bio-Lebensmitteln geachtet.

    Beim Clean-Eating handelt es sich nicht um eine Diät, sondern um eine bestimmte Ernährungsweise. Durch die frische Zubereitung von Lebensmitteln und den Verzicht auf Zusatzstoffe ist diese Art der Ernährung sehr gesundheitsbewusst und gesundheitsförderlich.

Generell ist eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung in Kombination mit reichlich körperlicher Bewegung langfristig am besten geeignet, um sich gesund zu halten oder überflüssige Pfunde abzubauen.

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