Interview mit Prof. Sommer:
"Männer benutzen ihren Körper als Mittel zum Zweck"
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Herr Prof. Sommer, Männer gelten als Vorsorgemuffel – warum eigentlich?
Gesundheit spielt für viele Männer eine untergeordnete Rolle. Sie benutzen ihren Körper, um Ziele im Beruf und Privatleben zu erreichen. Häufig machen sie sich erst Gedanken, wenn etwas nicht mehr richtig funktioniert. Ernste Erkrankungen werden so spät, oftmals zu spät erkannt.
Gibt es typische Krankheiten, an denen Männer häufiger erkranken als Frauen?
Männer erkranken fast doppelt so häufig an Diabetes und bekommen auch öfter einen Herzinfarkt. In der Altersgruppe zwischen 40 und 50 sogar fünf Mal häufiger als Frauen. Zudem neigen Männer stärker zu selbstzerstörerischem Verhalten. Sie flüchten eher in Alkohol und Sucht – und begehen dreimal häufiger Selbstmord. Hinzu kommen noch geschlechtsspezifische Erkrankungen wie Prostatakrebs oder Erektionsstörungen.
Was macht Männer anfälliger für diese Erkrankungen? Das Testosteron? Oder das eigene Verhalten?
Die Gesundheit eines Mannes kann auch durch einen Testosteronmangel beeinfl usst werden. Weitaus wichtiger sind aber Risikofaktoren, die die Männer selbst beeinflussen können: Übergewicht, Bewegungsmangel oder das Rauchen. Rauchen schadet beispielsweise der Lunge und den Gefäßen – und kann sogar impotent machen. Leider werden auch die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen von Männern viel zu selten genutzt und selbst bei Beschwerden gehen sie spät zum Arzt.
Warum fällt es Männern schwerer als Frauen, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen?
Viele scheuen sich vor langen Wartezeiten oder haben Angst vor schlechten Befunden und einer schmerzhaften Untersuchung.
Was raten Sie Männern, die gesund und leistungsstark bleiben wollen?
Ich bin sicher, die meisten Männer wissen eigentlich genau, was zu tun ist. Täglich Obst und Gemüse essen, zweimal die Woche Sport treiben – und einfach mal einen Termin zur Vorsorge ausmachen.
Herr Prof. Sommer, wir danken Ihnen für das interessante Interview!
(erschienen in: Salus – Ihr Gutfühlmagazin 4-2011)
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