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2011 wird mein Jahr...
... weil ich auf mein Herz höre

Ein Herz kann fühlen. Es kann brechen, ängstlich schneller oder vor Freude höher schlagen. All das ist medizinisch auch längst belegbar. Der Bochumer Radiologe Prof. Dr. Grönemeyer spricht im Interview mit der Salus BKK über sein neues Buch über unser wichtigstes Organ - das Herz. Bereits vor Hunderten von Jahren wussten die Menschen sicher: Das Herz ist mehr als ein Muskel. Vielleicht auch für Sie ein Grund, im nächsten Jahr ein wenig mehr auf Ihr Herz zu hören?

Prof. Grönemeyer, wir kennen Sie bislang vor allem als Rückenspezialisten. Was war für Sie der Anlass ein Buch über das Herz zu schreiben?

Es waren zunächst sehr persönliche Gründe, die mich veranlasst haben dieses Buch zu schreiben. Da war die Herzmuskelentzündung meiner Tochter und auch ich selbst war vor einiger Zeit Herzpatient. So habe ich die Ängste erlebt, die auch jeden anderen Patienten mit Herzproblemen betreffen. Man fühlt sich ohnmächtig, wenn das Organ nicht so funktioniert wie gewohnt. Und beim Herz geht es letztlich immer um Leben und Tod. Auch für mich als Mediziner waren also erst Herzprobleme der Anlass, um mich mit der eigentlichen Funktionsweise des Herzens intensiver zu beschäftigen.


Herausgekommen ist ein Buch, welches sich als „kleine Kulturgeschichte“ des Herzens lesen lässt. Warum genügten Ihnen schulmedizinische Erklärungen der Herzfunktionen nicht
?

Sie finden in dem Buch auch einen klassischen Ratgeberteil, in dem Herzkrankheiten, Therapien und Behandlungsmethoden anschaulich erklärt werden. Aber Sie haben schon Recht, ich wollte keine „Einführung in die Kardiologie“ verfassen. Vielmehr wollte ich auch den Fragen nach der Wechselwirkung von Herz und Seele nachgehen. Denn dass das Herz fühlen kann, ist in Philosophie, Religion und Literatur selbstverständlich. Dort steht es häufig als Metapher für Glücks-, Liebes- oder auch Angstgefühle. In der Medizin konzentrieren wir uns hingegen allzu oft nur auf den Körper – die Wirkung der Gefühlswelt auf das Herz bleibt ausgeblendet. Dabei sind viele Herzerkrankungen von unserer Gefühlswelt abhängig. Psycho- und Neurokardiologen sind diesen Zusammenhängen längst auf der Spur.

Was raten Sie unseren Lesern, wie kann man herzgesünder leben?

Mir ist bewusst, dass man sein Leben nicht von einem auf den anderen Tag radikal ändern kann. Besonders gestressten Menschen dann einfach mehr Ruhe zu empfehlen, ist ja wenig hilfreich. Aber erst wenn man sich seiner Belastungen bewusst geworden ist, kann man handeln. Das Ziel sollte immer sein, seine Lebensfreude zu steigern. Vielleicht, indem man in der Mittagspause spazieren geht oder den passenden Sport für sich findet. Bewegung macht nicht nur den Kopf frei - auch das Herz wird es uns danken.


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