Vorsicht, bissig! Viele Geimpfte wiegen sich in falscher Sicherheit
Nicht nur der Mensch schätzt die ersten Sonnenstrahlen – ab einer Temperatur von über 7 Grad Celsius tummeln sich auch wieder Zecken in Wald und Wiesen. Die Spinnentiere übertragen die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gegen die man sich aber mit der richtigen Impfmethode schützen kann.Falsche Sicherheit
Mehrere Millionen Menschen haben sich in den vergangenen Jahren gegen FSME impfen lassen. „Doch viele von ihnen wiegen sich in falscher Sicherheit“, sagt PD Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf. Der Grund: Für einen vollständigen und mehrere Jahre anhaltenden Schutz sind insgesamt 3 Impfdosen im zeitlichen Abstand notwendig. Viele Personen haben jedoch nur eine oder zwei Impfdosen erhalten.Nach einer Studie der Gfk-Gruppe haben alleine im Jahr 2007 rund 2 Millionen Personen nur eine einzige Impfdosis erhalten. Das CRM empfiehlt daher rechtzeitig vor der nächsten Reise, den Impfschutz beim Hausarzt auf Vollständigkeit überprüfen zu lassen und gegebenenfalls die fehlenden Impfungen nachzuholen. „Eine regelmäßige Kontrolle ist auch für alle vollständig Geimpften wichtig“, erläutert Dr. Jelinek, da der FSME-Impfschutz alle 5 Jahre aufgefrischt werden sollte.
Risikogebiete in Europa
Zecken können die FSME in Deutschland, aber auch in vielen beliebten Reiseregionen übertragen. Dazu gehören weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen. Darüber hinaus ist die FSME in Teilen von Österreich, der Schweiz, in Skandinavien und Osteuropa verbreitet.
Eine Infektion mit FSME-Viren kann zu einer besonders schweren Erkrankung mit Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Medikamente für eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, deshalb empfehlen Ärzte beispielsweise Reisenden, die einen Wander- oder Campingurlaub in Risikogebieten planen, die Impfung.
Impfschutz der Salus BKK
In den oben genannten Gefährdungsgebieten können Sie die FSME-Impfung einfach über Ihre Krankenkassenkarte abrechnen lassen. Wenn Sie in die Gefährdungsgebiete reisen und sich vorher impfen lassen möchten, müssen Sie in Vorkasse treten. Die Rechnung senden Sie uns dann einfach zu, und wir erstatten Ihnen die Kosten.
Gefährliche Borreliose
Neben der FSME können Zecken in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel und in Australien u. a. auch die Krankheitserreger der Borreliose übertragen. Eine Impfung gegen diese Infektion ist nicht möglich. Allerdings kann eine Borreliose erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Deshalb ist es besonders wichtig, nach einem Zeckenstich die Hautstelle noch einige Wochen zu beobachten und, falls es zu einer Hautrötung kommt, die Ursache von einem Arzt abklären zu lassen.
Flyer bestellen
Der Flyer des BKK Bundesverbands „Vorsicht: Zecken“ enthält Informationen über den Impfschutz, die Verbreitung und das richtige Entfernen von Zecken. Fordern Sie am besten gleich den Flyer bei unserem Gesundheitsexperten Holger Tietz unter der 06102 2909-825 an. Oder schreiben Sie eine E-Mail an holger.tietz@salus-bkk.de.
(Salus news 4-2010)
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